Netzentgelte senken für Gewerbe und Industrie
Ein einziger Leistungsspitzenwert im Jahr kann die Netzentgeltrechnung für alle 12 Monate bestimmen. Wer diesen Mechanismus kennt und nutzt, spart dauerhaft.
Netzentgelte Industrie: Der oft unterschätzte Kostenblock
Netzentgelte setzen sich aus einem Arbeitspreis (ct/kWh) und einem Leistungspreis (€/kW) zusammen. Für industrielle Abnehmer mit registrierender Leistungsmessung (RLM) ist der Leistungspreis besonders relevant: Er wird einmal pro Jahr auf Basis des höchsten 15-Minuten-Mittelwerts festgesetzt.
Das bedeutet: Ein einziger Tag mit ungewöhnlich hohem Strombezug, ausgelöst durch Anläufe mehrerer Anlagen, Kältewellen oder Produktionsspitzen, kann den Leistungspreis für das gesamte Folgejahr treiben.
Wir analysieren Ihr Lastprofil, identifizieren die Ursachen von Leistungsspitzen und prüfen, welche Optimierungsmaßnahmen technisch und wirtschaftlich sinnvoll sind.
Die vier wichtigsten Hebel
Netzentgelte lassen sich auf verschiedenen Wegen senken. Welcher Ansatz passt, hängt von Lastprofil, Netzgebiet und Unternehmensstruktur ab.
Peak Shaving
Der Leistungspreis im Netzentgelt richtet sich nach der höchsten gemessenen Leistung innerhalb eines Jahres. Ein einziger Spitzenwert bestimmt damit die Kosten für alle 12 Monate. Die Spitze lässt sich durch Batteriespeicher, Lastmanagement oder gezielten Lastabwurf kappen.
Atypische Netznutzung
Unternehmen, die ihren Verbrauch überwiegend in lastschwachen Zeiten konzentrieren, zahlen deutlich reduzierte Netzentgelte. Grundlage ist § 19 Abs. 2 StromNEV. Der zuständige Netzbetreiber veröffentlicht jährlich die relevanten Hochlastzeitfenster.
Individuelle Netzentgelte
Großverbraucher mit besonders hohen Vollbenutzungsstunden oder einem sehr stabilen Lastprofil (Bandlast) können mit dem Netzbetreiber individuelle Netzentgeltvereinbarungen treffen, die erheblich unter den Standardtarifen liegen.
Netzentgeltprüfung
Netzentgelte werden vom Netzbetreiber berechnet und sind nicht immer korrekt. Falsche Spannungsebenen, fehlerhafte Messpunktzuordnungen oder veraltete Vertragsstrukturen können zu überhöhten Rechnungen führen. Eine systematische Prüfung lohnt sich.
Peak Shaving für Gewerbe: So funktioniert die Lastspitzenkappung
Peak Shaving funktioniert über drei Methoden: Lastmanagement, Lastabwurf und Batteriespeicher. Allen gemeinsam ist das Ziel, den höchsten 15-Minuten-Mittelwert des Jahres zu begrenzen.
Beim Lastmanagement werden Verbraucher zeitlich verschoben oder in der Leistung gedrosselt, bevor der Schwellenwert erreicht wird. Beim Lastabwurf werden definierte Verbraucher kurzzeitig vollständig abgeschaltet. Beide Methoden erfordern keine Investitionen, verlangen aber Eingriffe in den Betrieb.
Ein Batteriespeicher arbeitet vollautomatisch: Sobald der Bezug den Schwellenwert zu überschreiten droht, speist der Speicher ein. Er eignet sich besonders, wenn Spitzen unvorhersehbar auftreten oder Produktionsunterbrechungen nicht akzeptabel sind.
Stromspeicher für Peak Shaving prüfenWir werten Ihre 15-Minuten-Lastgangdaten aus und identifizieren, wann und warum Leistungsspitzen entstehen.
Auf Basis der aktuellen Netzentgeltblätter Ihres Netzbetreibers berechnen wir den konkreten Euro-Betrag, den ein Peak Shaving von X kW einsparen würde.
Wir ermitteln die optimale Speichergröße oder die notwendigen Lastmanagementmaßnahmen, um die Spitze zu kappen.
Investitionskosten, Einsparungen und Amortisationszeit werden gegenübergestellt. Nur wenn sich die Maßnahme rechnet, empfehlen wir sie.
Atypische Netznutzung: Verbrauch in Nebenzeiten
Wer seinen Strombezug in den vom Netzbetreiber definierten Hochlastzeitfenstern auf einen sehr geringen Anteil seiner Jahreshöchstlast begrenzt, gilt als atypischer Netznutzer. Netzbetreiber sind verpflichtet, solchen Unternehmen erheblich reduzierte Netzentgelte anzubieten.
Die Hochlastzeitfenster werden jährlich vom Netzbetreiber veröffentlicht und liegen in Zeiten hoher Netzbelastung. Unternehmen, die in dieser Zeit gezielt Produktion drosseln, Speicher nutzen oder Verbrauch verschieben, können von dieser Regelung profitieren.
Voraussetzung ist ein lückenloser Nachweis gegenüber dem Netzbetreiber. Wir begleiten Sie bei der Prüfung, dem Nachweis und der Verhandlung mit dem Netzbetreiber.
Netzentgeltoptimierung: Ihre Fragen
Was ist der Leistungspreis und warum ist er so relevant?
Der Netzentgelt setzt sich aus einem Arbeitspreis (ct/kWh) und einem Leistungspreis (€/kW pro Jahr) zusammen. Der Leistungspreis richtet sich nach dem höchsten 15-Minuten-Mittelwert des Jahres. Wer also an einem einzigen Tag eine besonders hohe Leistung bezieht, zahlt auf diesen Spitzenwert den vollen Jahresleistungspreis. Das macht die Leistungsspitze zu einem der teuersten und am häufigsten unterschätzten Kostentreiber.
Wie funktioniert Peak Shaving konkret?
Sobald der Leistungsbezug einen definierten Schwellenwert zu überschreiten droht, wird die Spitze gekappt. Das kann auf drei Wegen geschehen: Ein Batteriespeicher speist automatisch Energie ein, sodass die Netzleistung unterhalb des Schwellenwerts bleibt. Beim Lastmanagement werden Verbraucher zeitlich verschoben oder gedrosselt. Beim Lastabwurf werden bestimmte Verbraucher kurzzeitig vollständig abgeschaltet. Welche Methode passt, hängt vom Lastprofil und den betrieblichen Möglichkeiten ab.
Was ist atypische Netznutzung nach § 19 StromNEV?
Unternehmen, die während der jährlich vom Netzbetreiber definierten Hochlastzeitfenster ihren Strombezug unter einen spannungsebenenabhängigen Schwellenwert senken, gelten als atypische Netznutzer. Voraussetzung ist außerdem eine Jahreshöchstlastreduzierung von mindestens 100 kW während der Hochlastzeitfenster. Netzbetreiber sind verpflichtet, diesen Unternehmen reduzierte Netzentgelte anzubieten. Die Einsparungen können erheblich sein, sind aber an strenge Nachweispflichten geknüpft.
Benötige ich einen Speicher für Peak Shaving?
Nein. Es gibt drei Wege: Lastmanagement (Verbrauch verschieben oder drosseln), Lastabwurf (gezieltes Abschalten einzelner Verbraucher) und Batteriespeicher (automatische Einspeisung beim Überschreiten des Schwellenwerts). Lastmanagement und Lastabwurf erfordern keine Investitionen, verlangen aber Eingriffe in den Betriebsablauf. Ein Batteriespeicher arbeitet vollautomatisch und eignet sich besonders, wenn Spitzen nicht planbar sind oder Produktionsunterbrechungen nicht akzeptabel sind.
Für wen lohnt sich eine Netzentgeltoptimierung?
Besonders für RLM-Kunden (registrierende Leistungsmessung) mit einem Jahresverbrauch ab ca. 100.000 kWh. Bei diesen Kunden wird der Leistungspreis separat abgerechnet und bietet den größten Hebel. Kleinere SLP-Kunden zahlen Netzentgelte als pauschalen Bestandteil im Arbeitspreis und haben weniger direkte Steuerungsmöglichkeiten.
Wie hoch sind die möglichen Einsparungen?
Das hängt vom Netzgebiet und vom Abnahmeverhalten ab: Leistungspreise variieren je nach Netzbetreiber und Spannungsebene erheblich. Bei der atypischen Netznutzung können die Netzentgelte auf einen Bruchteil des Standardtarifs sinken. Eine belastbare Aussage ist nur nach Analyse des konkreten Lastprofils und der geltenden Netzentgeltblätter möglich.
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